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Es werden Posts vom November, 2025 angezeigt.

Das One-Listener-Konzert

Irgendwann in einer Phase, in der Ted Pain endgültig genug von allem hatte, kündigte er ein Konzert an, das niemand so richtig ernst nahm. Es gab nur einen Satz: „Es gibt genau einen Platz, wer kommen soll, kommt." Keine Location, keine Uhrzeit, kein Line-up. Nur dieser Satz, irgendwo versteckt auf einer Einwurfwerbung im Briefkasten, die meist ungelesen weggeworfen wird. Ein paar Wochen später sitzt eine Frau mittleren Alters in einem viel zu großen, leicht muffigen Raum. Ein ehemaliger kleiner Theatersaal, halb Probenraum, halb Abstellkammer. In der Mitte steht genau ein Stuhl. Sonst nichts. Auf der Bühne: ein Klavier, ein Mikro, eine alte Lampe, die schon bessere Tage gesehen hat. Und Ted. Sie hat 1 Mark für das Ticket bezahlt. In bar. Handgeschrieben, ohne Sitzplatznummer. Ted spielt ein komplettes Set nur für sie. Keine Aufnahme, keine Setlist-Fotos. Als der letzte Akkord verklingt, nimmt er den zerknitterten Zettel mit der Setlist, geht zu einer Metalls...

Wer Ted bucht, bekommt manchmal auch Pain

Der Auftrag wirkte harmlos. Ein kleiner Berliner „Creative Space" – halb Café, halb Galerie, halb irgendwas mit „urban" im Namen – hatte Ted Pain angefragt. In der Mail stand: „Hey Ted, wir hätten dich gern für unsere Vernissage. Konzept: ‚Urban Silence' – wir wollen nur ganz dezente Hintergrundmusik. Nichts Auffälliges. Eher Atmosphäre. So Klavierklänge, die man kaum merkt." Die Gage war überschaubar, aber es sollten „wichtige Leute" kommen. Ted dachte sich: Kann man machen. Und dachte im selben Moment schon: Das mit der „Hintergrundmusik" würde noch spannend werden. Sound als Möbelstück Am Abend schleppte er sein E-Piano, ein kleines Effektgerät und ein paar Kabel in den Raum. Weiße Wände, Betonboden, viel Luft dazwischen. An den Wänden hingen Bilder, die aussahen, als hätte jemand sehr teure Stifte an sehr langen Armen ausprobiert. Die Gäste standen in kleinen Gruppen herum, schwarzer Rollkragen, Rotweingläser, Sätze wie: „Der kuratorisch...

„Advent“ – der Song, den niemand haben wollte. Und den es jetzt trotzdem gibt.

Es gibt Weihnachtslieder. Es gibt Anti-Weihnachtslieder. Und dann gibt es „Advent". Lange Zeit galt der Song als verschollen – eine frühe Ted-Pain-Aufnahme, von der nur noch Legenden übrig waren: Ein Adventslied, gesungen aus der Perspektive des Teufels, der genüsslich an der perfekten Weihnachtsidylle zündelt, bis am Ende nichts mehr übrig bleibt als Flammen, Fragen – und ein ziemlich verstörtes Christentum. Hier kannst du reinhören: https://on.soundcloud.com/AkVWmczNOmjToFpk5u Die Geschichte dazu geht so: Irgendwann in einem viel zu kalten Dezember soll Ted Pain den Song in einem winzigen Studio eingespielt haben, auf Kassette, einmal durch, kein Sicherheitsnetz. Die wenigen Demos verschwanden in Schubladen, Umzugskartons und Gerüchten. Was blieb, waren Sätze wie: „Das Ding ist zu hart, das kannst du an Weihnachten nicht bringen." „‚Christkind brennt' geht gar nicht." „Damit legst du dich mit der halben Kirche an." Genau darum geht es...