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Interview im März 1988 in der Musikzeitung Plattenteller mit Sybille Flenkert

In einer Zeit, in der Musik oft von Hochglanzproduktionen und inszenierter Perfektion geprägt ist, hebt sich der Song Bierschiss des Newcomers Ted Pain deutlich ab. Mit rohem Realismus und schonungsloser Ehrlichkeit hat der Song weltweit Wellen geschlagen und sich schnell einen festen Platz in den Playlists von Fans und Kritikern gleichermaßen gesichert. Im Interview spricht Ted Pain über die Entstehung seines ungewöhnlichen Hits, die Inspiration hinter den ikonischen Textzeilen und die Bedeutung von Authentizität in seiner Musik. Ein Gespräch über das Leben, den Kater danach und die Kraft, die in der Unvollkommenheit liegt.

Flenkert: Herr Pain, Ihr Song Bierschiss hat weltweit eingeschlagen. Die Anfangszeile „Dein Kopf dröhnt laut, die Augen zu, einen meterlangen Filmriss" ist ja fast schon ikonisch. Wie kamen Sie auf diesen Text?

Ted Pain: Danke, das freut mich zu hören. Der Text ist eigentlich aus einer ganz simplen Beobachtung entstanden. Ich wollte den Moment einfangen, den viele nach einer durchzechten Nacht erleben. Diese Leere im Kopf, das Dröhnen, die Unfähigkeit, sich an irgendetwas zu erinnern. Es ist ein Gefühl, das viele kennen, aber selten so offen aussprechen. Dann kommt natürlich noch der Druck aus der Wurstabteilung.

Flenkert: (lacht) Und glauben Sie, dass gerade diese Ehrlichkeit den Erfolg des Songs ausmacht?

Ted Pain: Absolut. Die Leute haben das Gefühl, dass der Song ihnen aus der Seele spricht. Es ist ja nicht nur ein Song über einen guten Schiss, sondern auch über die Konsequenzen unserer Entscheidungen, auch wenn sie nicht immer angenehm sind. Es war mir wichtig, diesen Realismus zu vermitteln – ohne Schnörkel, einfach so, wie es ist.

Flenkert: Gab es besondere Momente oder Erlebnisse, die Sie inspiriert haben?

Ted Pain: (lacht) Da könnte ich jetzt viele Geschichten erzählen, aber das meiste bleibt besser unausgesprochen. Sagen wir einfach, dass das Leben genug Inspiration bietet, wenn man die Augen offen hält. Es ging mir vor allem darum, ein Bild zu schaffen, das direkt und unverblümt ist – genauso wie das Leben manchmal eben auch.

Flenkert: Das klingt, als hätten Sie wirklich aus dem Leben gegriffen. Glauben Sie, dass solche realitätsnahen Texte in der Musik heutzutage besonders wichtig sind?

Ted Pain: Definitiv. Ich denke, viele Menschen sehnen sich nach Authentizität. In einer Welt, die oft von Perfektionismus und Schein dominiert wird, sind ehrliche, ungeschönte Geschichten eine willkommene Abwechslung. Musik hat die Kraft, Dinge anzusprechen, die sonst oft unter den Teppich gekehrt werden. Wenn man sich traut, diese Themen offen anzusprechen, dann erreicht man die Leute auf einer tieferen Ebene.

Flenkert: Ihr Song scheint also auch ein Spiegel der Gesellschaft zu sein. Welche Botschaft wollten Sie den Hörern vermitteln?

Ted Pain: Ich wollte zeigen, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein. Jeder macht Fehler, jeder hat Momente, auf die er vielleicht nicht stolz ist. Aber das gehört zum Leben dazu. Der Song soll ein Stück weit auch eine Erleichterung bieten, so nach dem Motto: „Hey, du bist nicht allein damit." Es ist in Ordnung, alles rauszulassen und trotzdem weiterzumachen. Egal wie beschissen du dich fühlst.

Flenkert: Das sind starke Worte. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Pain. Wir sind gespannt, was Sie als Nächstes auf Lager haben.

Ted Pain: Danke, es war mir ein Vergnügen. Und keine Sorge, da liegt noch einiges auf der Pfanne!

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